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Was heißt Whisky und wer hat ihn erfunden?
Das Wort Whisky wird erstmals 1736 erwähnt und leitet sich vom schottisch-gälischen „uisge beatha“ oder vom irischen „uisce beatha“ ab und bedeutet soviel wie Wasser des Lebens. Die Engländer anglisierten das dann in das noch heute gebräuchliche Wort Whisky. Damals verstand man darunter aber nicht nur Whisky im heutigen Sinn, sondern auch andere Brände mit Würzzusätzen. Für eine allgemeine Definition des Whiskybegriffs lässt sich grundsätzlich zusammenfassen: Whisky ist eine Spirituose, die aus Wasser, Hefe und Getreide in einem Destillationsprozess hergestellt wird und anschließend in Holzfässern reift.
Eine Gemeinsamkeit bei allen Whiskys ist der Mindestalkoholgehalt von 40% Vol. Die verschiedenen Whiskykategorien haben jeweils ihre eigenen orts- und/oder namensbezogenen Richtlinien, durch die sie sich von den Anderen unterscheiden lassen. Die faszinierende Vielfalt von Whisky entstammt also seinen unterschiedlichen Ursprungsorten und deren Traditionen. Dabei haben die verwendeten Getreidesorten, die Variationen der Destillation bzw. des Brennvorgangs und die unterschiedlichen Arten der Fassreifung großen Einfluss auf den fertigen Whisky. All diese Schritte definieren die jeweilige Whiskysorte.
Der Ursprung der Whisky Destillierung geht auf das 5. Jahrhundert zurück, als christliche Mönche begannen, das Land der Kelten zu missionieren. Im Zuge dessen brachten sie auch das Wissen zur Herstellung von Arzneimitteln und Parfüm mit. Im Jahr 1494 wurde dann erstmals das Wort „aquavite“ (das wie das o.g. usige beatha ein wasserklares Destillat war) urkundlich in den schottischen Steuerunterlagen (Exchequer Rolls) erwähnt. Nach der Besiedelung Amerikas durch Briten und Iren wurde auch dort versucht, Whisky aus Getreide herzustellen. Da die Gerste da jedoch nur sehr schlecht wuchs, begannen die Bauern in Nordamerika, die dort gut wachsenden Getreidesorten Roggen und Weizen zu vergären.
Woraus wird Whisky hergestellt?
Zunächst sei erwähnt, dass die gesetzliche Definition von Whisky oder Whiskey von Land zu Land und von Region zu Region unterschiedlich sein kann. Für die Hauptregionen Schottland und Irland gelten die europäische Verordnung sowie die regionale Verordnung. Andere Länder haben hiervon wieder abweichende Bestimmungen. So muss innerhalb der EU Whisky laut den in der Verordnung Nr. 110/ 2008 vom 15. Januar 2008 festgelegten Kriterien
- durch Destillieren von Getreidemalzmaische gewonnen sein,
- zu einem Alkoholgehalt von weniger als 94,8 Volumenprozent destilliert werden,
- mindestens drei Jahre lang in Holzfässern mit einem Fassungsvermögen von 700 Litern oder weniger reifen,
- einen Mindestalkoholgehalt von 40 Volumenprozent aufweisen.
Welche Whiskysorten gibt es?
Whisky ist unter verschiedenen Bezeichnungen im Handel erhältlich. Dabei wird zum einen die unterschiedliche Getreideart benannt, aus der der Whisky hergestellt wurde.
Das sind z.B. „Grain“(Destillate, die aus Weizen, ungemälzter und einem kleinen Teil gemälzter Gerste und Hafer (in Europa) und/oder Roggen (in Kanada und in den USA) und/oder Mais (in den USA) hergestellt werden. Sie werden fast ausschließlich für Blended Whiskys verwendet.). Es gibt aber auch Rye bezeichneten Whisky, der überwiegend aus Roggen hergestellt wurde, Bourbon Whisky, der überwiegend aus Mais hergestellt wurde (mindestens 51 Prozent) und Malt Whisky, der ausschließlich aus gemälzter Gerste hergestellt wurde.
Zum Anderen spiegeln aber auch Bezeichnungen wie Scotch, Irish oder American Whisky die Herkunft des Produktes wider. Einige dieser Herkunftsbezeichnungen sind gesetzlich geschützt und an gewisse Voraussetzungen geknüpft, wie zum Beispiel das Mindestalter.
Malt Whisky & Single Malt, das ist für viele Whiskyfans die Königsdisziplin. Gleichzeitig ist Malt Whisky die Variante, deren Ursprung am weitesten zurückliegt. Bei diesem Produkt ist vorgegeben, dass das verwendete Getreide zu 100% gemälzte Gerste sein muss. Malt Whisky darf in Europa nicht weniger als drei Jahre im Fass reifen. In der Regel lagert der Whisky deutlich länger.
Es gibt zwei Kategorien, die dem Malt Whisky untergeordnet sind: der Single Malt und der Blended Malt, der früher auch Vatted Malt genannt wurde. Ein Single Malt Whisky enthält das Erzeugnis aus lediglich einer Brennerei, wohingegen bei einem Blended Malt mehrere Brennereien beteiligt sind, deren Produkte miteinander vermählt werden.
Der Single Malt Scotch Whisky hat weltweit wohl den besten Ruf. Die schottische Whiskykategorie dient der internationalen Single Malt Szene als qualitative Messlatte. Die Vielfalt beim schottischen Single Malt ist enorm. Es gibt über 100 Destillerien in Schottland, die Single Malt herstellen, Tendenz steigend. Single Malt gilt als der tiefgründigste Whisky, da bereits sein Brand aus gemälzter Gerste besondere aromatische Eigenschaften hat. Schottland ist außerdem berühmt für seine rauchigen Single Malts wie Laphroaig und Ardbeg. Sie finden aber auch in Schottland eine Vielzahl nicht-rauchiger Whiskys. Die Herstellung ist jedoch aufgrund der anspruchsvollen Pot Still Destillation aufwendiger und somit auch teurer als andere Whiskeysorten. Alte Single Malts erreichen auf Auktionen Rekordpreise. Jedoch gibt es zum Glück unzählige erschwingliche Abfüllungen.
Wie schmeckt Single Malt Whisky?
Die aromatische Vielfalt beim Single Malt ist enorm und macht den Reiz an diesem edlen Tropfen aus. Von hellen Fruchtnoten und Zitrusfrüchten, über dunkle Trockenfrüchte und Beerenaromen, über florale Aromen, feinste Gewürze, Nussnoten, Schokolade finden Sie fast alle Geschmacksrichtungen. Einige Single Malts zeichnen sich durch ihre starken Raucharomen aus, da das Malz über Torffeuer getrocknet wird. Die Single Malts der Insel Islay stechen hier besonders hervor. Sie werden bei uns im Shop eine Vielzahl an Single Malt Whiskys finden um. Für Grain Whisky dürfen im Gegensatz zum Malt Whisky verschiedene Getreidesorten verwendet werden. Die Wahl fällt auf günstigeres und ergiebigeres Getreide, meist Weizen und Mais. Auch die Destillation von Grain Whisky ist auf Effizienz ausgelegt. Auf sogenannten Patent Stills oder Column Stills wird der Grain Spirit kontinuierlich gebrannt. Durch die Kolonnendestillation kann der Grain Spirit bis zu 10-mal schneller als der Malt Spirit hergestellt werden. So senkt der Grain Whisky Anteil im Blend den Preis. Grain Whisky ist jedoch weniger tiefgründig und komplex und wird daher meist als Bestandteil für Blended Whisky verwendet. Es gibt ihn jedoch auch hier Ausnahmen. Suchen Sie nach Single Grain Whisky im Shop und finden Sie Grain Whisky aus einzelnen Brennereien. Und wie er schmeckt? Grain Whisky ist ein süffiger und zugänglicher Whisky, der sich in der Regel durch süße Aromen auszeichnet. Beim Grain kommt kein Torf zum Einsatz, weshalb Grain Whisky fast immer nicht rauchig ist.
Unter Blended Scotch Whisky & Blended Irish Whiskey versteht man einen Blend, also eine Mischung verschiedener Whiskytypen. Blended Whisky macht den Löwenanteil des weltweit verkauften Whiskys aus, denn Blends sind die preiswerteste Whisky-Variante. In der Regel wird der aromatische Malt Whisky dem leichten und süßlichen Grain Whisky vermählt. Greifen Sie zu Blended Irish Whiskey, wenn Sie nach mildem, fruchtigen und nicht rauchigem Whiskey suchen. Mit dem Pearse Lyons bieten wir Ihnen einen sehr beliebten Irish Whiskey und bietet viele schmackhafte Varianten an. Sie möchten einen Irish Whiskey abseits des Mainstream probieren? Schauen Sie mal bei West Cork rein! Hier finden Sie sowohl Single Malts als auch Irish Blended Whiskey.
Bourbon Whiskey ist der Klassiker aus den USA. Der amerikanische Whiskey zeichnet sich besonders durch seine süßen Vanillearomen aus. Die Whiskeysorte Bourbon hat eine geschützte Herkunftsbezeichnung, darf also nur in den USA hergestellt werden. Der Großteil aller Bourbons wird in Kentucky produziert. In den USA wird Whiskey anders als Single Malt in Schottland aus verschiedenen Getreidesorten hergestellt. Die Mash Bill, die Getreidezusammensetzung, muss bei Bourbon mindestens 51% Mais beinhalten. Der Rest besteht in der Regel aus Roggen und einem kleinen Teil Gerste. Sogenannte "High Rye" Bourbons mit einem hohen Roggenanteil haben oft süß-würzige Aromen. Es gibt auch Bourbons, die neben Mais Weizen beinhalten, sogenannte Wheated Bourbons. Diese sind oft noch etwas leichter und süßer als die Varianten mit Roggen. Unser Geheimtipp: Probieren Sie den Single Barrel Bourbon der Koval Distillery. Dieser Bourbon hat neben Mais auch Hirse in der Mash Bill wird dadurch zu einem einzigartigen köstlichen Whiskey Aber auch mit Widow Jane oder FEW machen Sie nichts falsch!
Der Straight Bourbon ist ein eigenes Gütesiegel der Bourbon-Kategorie. Dies sagt aus, dass der Bourbon für mindestens zwei Jahre in frischen, ausgebrannten Eichenfässern aus amerikanischer Weißeiche reifen muss. Das ist gut für die restliche Welt, denn die nur einmal gebrauchten Bourbonfässer werden anschließend überall hin verschifft, wo Whisky produziert wird. Dort kann das Eichenfass ein weiteres Mal verwendet werden. Ohne Altersangabe muss der Straight Bourbon mindestens vier Jahre alt sein. Straight Bourbon darf außerdem kein Farbstoff und keine sonstigen Aromen oder Zusatzstoffe beigemischt werden. Fast alle bei uns erhältlichen Bourbons fallen in die Kategorie Straight Bourbon.
Wie schmeckt Bourbon? Bourbon ist bekannt für seine deutlichen Vanille-Aromen. Viele Bourbons sind aufgrund ihres hohen Maisanteils sehr süß und haben Aromen von Honig und Süßigkeiten. Je nach Mashbill und Roggenanteil werden diese Aromen von Gewürznoten, wie Nelken, Piment und leichten Kräuternoten aus dem Roggen ergänzt. Da bei Bourbon kein geräuchertes Getreide zum Einsatz kommt, ist Bourbon nicht rauchig.
Und dann gibt esnoch den Rye Whiskey, einem Whisky aus Roggen. Üblicherweise stammt Rye Whiskey aus Amerika, der Begriff ist jedoch nicht auf die USA begrenzt. Rye Whiskey kann somit überall auf der Welt hergestellt werden. In Kanada wird etwa sehr viel Rye Whisky produziert und genossen. Auch in Europa, der Heimat des Roggens, wird Rye Whisky immer beliebter. Unsere Empfehlung: Die dänische Craft Destillerie Stauning hat viele spannende Rye Whiskys im Angebot!
Der Straight Rye Whiskey in den USA unterliegt den gleichen Gesetzgebungen wie Straight Bourbon. Einziger Unterschied ist, dass er mit mindestens 51% Roggen in der verwendeten Maische hergestellt wird. Auch hier gilt die Mindestreifezeit von zwei bzw. vier Jahren, falls nicht anders auf der Flasche vermerkt. Rye Whiskey zeichnet sich in der Regel durch seine süß-würzigen Aromen aus. Oft finden Sie Aromen von Ahornsirup, Nelken, Lakritz und Pfeffer in Rye Whiskys. Aufgrund seiner aromatischen Eigenschaften ist Rye Whiskey besonders beliebt bei Bar Keepern für Whisky Cocktails und Whisky Longdrinks.
Was bedeuten die verschiedenen Fachbegriffe auf Whisky Flaschen?
- Cask Strength (Fassstärke): Einem Whisky wurde vor der Abfüllung kein Wasser mehr zugesetzt. Der Alkoholgehalt dieser Whiskys ist unterschiedlich, da er je nach Lagerungsdauer, Umweltbedingungen, der Qualität des Fasses und nicht zuletzt nach Alkoholgehalt des Ursprungsdestillats variiert. Cask Strength hat nichts unmittelbar mit dem Alkoholgehalt zu tun. Ein Verschnitt verschiedener Fässer einer Destillerie hat Fassstärke, solange kein Wasser hinzugefügt wurde.
- Vintage (Jahrgangswhisky): Der verwendete Whisky stammt aus dem bezeichneten Jahrgang.
- Single cask (Einzelfass): Der Whisky stammt aus einem einzelnen Fass (gebräuchlich insbesondere für schottischen Whisky). Häufig werden die Flaschen fortlaufend nummeriert. Was für den Jahrgangswhisky gilt, ist umso stärker bei Einzelfassabfüllungen ausgeprägt. Die Qualität kann bei jeder verschiedenen Abfüllung unterschiedlich sein.
- Single Barrel (Einzelfass): Der Whisky stammt aus einem einzelnen Fass (gebräuchlich insbesondere für amerikanischen Whiskey).
- Blended Malt Whisky (Vatted Whisky, Vatted Malt oder Pure Malt): Der Whisky stammt aus den Fässern unterschiedlicher Destillerien und wurde vollständig aus gemälzter Gerste hergestellt.
- Blended Whisky: Der Whisky ist immer eine Mischung von verschiedenen Destillaten aus gemälztem und ungemälztem Getreide.
- Finish (Ausbau): Hinweis einiger Destillerien auf die Herkunft der zur Lagerung des Whiskys benutzten Fässer, so bedeutet zum Beispiel „Port Wood Finish“, dass der Whisky (teilweise) in ausgedienten Portweinfässern gelagert wurde. Andere Beispiele wären „Sherry Wood Finish“, „Madeira Wood Finish“.
Woher bekommt der Whisky seine Farbe?
Nach der Destillation kommt der zunächst einmal farblose Whisky für mehrere Jahre zum Reifen in Holzfässer. Die jeweilige Holzart gibt dabei nach und nach verschiedene Farbstoffe an den Whisky ab. Insbesondere Fässer in denen zuvor andere Spirituosen gelagert wurden (zum Beispiel Portwein oder Sherry) geben mehr Farbstoffe an den Whisky ab als ein frische Eichenholzfass. Die Intensität der Farbe des Whiskys ist aber auch davon abhängig wie lange ein Whisky in einem Holzfass lagert und dessen Größe. Je länger sich der Whisky in einem Holzfass befindet, desto mehr Farbstoffe werden vom Holz an den Whisky abgegeben. Und je kleiner das Fass, desto schneller nimmt der Whisky die Farbstoffe an.
Wie wird Whisky zu Haus am Besten gelagert?
Es ist natürlich ein Unterschied ob man eine bereits geöffnete oder eine verschlossene Flasche Whisky lagern möchte. Zwar ist die Lagerungsart in beiden Situationen die gleich, aber die Lagerungszeit variiert selbstverständlich. Ein verschlossener Whisky verändert seinen Geschmack über Jahre hinweg kaum. Er kann also getrost – unter den richtigen Bedingungen – viele Jahre lang aufgehoben werden. Geöffneter Whisky dagegen sollte ca. 6 Monate nach dem Öffnen ausgetrunken sein. Denn er verändert seinen Geschmack. Alkohol verdampft und die Luft in einer zum Teil geleerten Flasche reagiert mit den Aromen des Whiskys. Es kann dabei sein, dass der Whisky gefälliger wird, es ist aber ebenso möglich das sich die Aromen ins Negative wandeln oder der Whisky wässrig schmeckt. Deshalb sollte eine geöffnete Flasche Whisky auch zeitnah ausgetrunken werden.
Jedoch unabhängig ob der Whisky geöffnet oder noch verschlossen ist, er sollte in jedem Fall stehend, an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort gelagert werden. Stehend deshalb, weil der Korken einer Whiskyflasche nicht so dicht ist, wie der einer Weinflasche. Trocken, Kühl und Dunkel, da Whisky – wie jedes andere Lebensmittel auch – vor direkter Sonneneinstrahlung und zu warmen Temperaturen geschützt werden muss. Direkte Sonneneinstrahlung bleicht den Whisky nach und nach aus, wodurch er seine Färbung verliert. Außerdem kann UV-Licht den Geschmack des Whiskys verändern. Eine zu warme Umgebungstemperatur beschleunigt zudem die Verdunstung des Whiskys in der Flasche.
Was ist der Unterschied zwischen Whisky und Whiskey?
Auch über Frage, weshalb manchmal Whisky und dann wieder Whiskey auf der Flasche steht, gibt es viel zu lesen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Destillat noch in allen produzierenden Ländern ohne „e“ geschrieben. Dann begannen einige Brennereien in Dublin ihre Produkte „Whiskey“ zu nennen, um sich damit von der schottischen Konkurrenz zu unterscheiden. In den USA sind bis heute beide Schreibweisen in Gebrauch. Für die Herstellung von Whisk(e)y benötigt man nur 3 Dinge: Getreide, Wasser und Hefe. Umso erstaunlicher ist es, zu welcher Aromenvielfalt ein ausgereifter Whisk(e)y es bringen kann. Die Antwort liegt im Herstellungsprozess. Welches Getreide wird verwendet, wie wird die Gerste gemälzt, welche Form haben die Brennblasen (stills), wie ist der Winkel der lyne arms, wie lang wird der Whisky gelagert und welche Fässer werden verwendet? So darf das Destillat erst unter dem Namen Whisky verkauft werden, wenn er mindestens 2 Jahre (in den USA), in Schottland und Irland sogar 3 Jahre gereift ist. Oft lagert er aber viel viel länger, sodass der Brennmeister stets in die Zukunft blicken muss, wie die Nachfrage auf dem Markt in 5, 10 oder 15 Jahren sein wird.
Wie trinkt man Whisky?
Keine leichte Frage, denn das ist – wie auch jeder Whisky selbst, eine Frage des Geschmacks. “Einen Whisky muss man richtig trinken, sonst ist er kein Genuss”, sagt der Purist; der Praktiker hingeben meint: „Es gibt keinen falschen Weg einen Whisky zu trinken – solange du dich damit wohl fühlst”. Wer von beiden hat nun recht? Die einfache, aber vielleicht nicht ganz befriedigende Antwort lautet: Es hängt ganz davon ab, welche Ansprüche man als Whisky-Trinker an einen Single Malt, Scotch Blend oder Bourbon stellt. Wer sich einfach nur einen gepflegten Feierabend-Drink genehmigen, vielleicht Musik dazu hören und mit Freunden quatschen will – der trinkt seinen Whisky vielleicht mit Eis, gemischt mit Cola oder als Cocktail. Wer hingegen möglichst viele Aromen herausschmecken will, für den kann es eigentlich nur die pure, ungekühlte Variante geben. Beide Arten haben ihre Vorzüge und Nachteile und natürlich ihre Fans. Daher raten wir; probiere beides aus und finde selber heraus, was am besten zu dir passt!
Welche Whiskyregionen gibt es in Schottland?
Unter Scotch Whisky werden alle Whiskys verstanden, die in Schottland hergestellt werden. Schottland gilt als die Heimat des Whiskys und hat die größte Vielfalt an Malt Whisky Destillerien. Schottlands Whiskysorten teilen sich auf in Malt Whisky, Grain Whisky und Blended Scotch. Der Single Malt Scotch und der Blended Scotch machen dabei den Löwenanteil aus. Besonders beim Single Malt Scotch haben die regionalen Unterschiede und Stile der einzelnen Destillerien großen Einfluss auf den Charakter der einzelnen Whiskys. Jede Whiskyregion Schottlands hat sich mit ihrem individuellen Geschmacksprofil einen Namen gemacht. Kleiner Tipp: Wenn Sie in Schottland einen Whisky bestellen, dann fragen Sie nach einem Dram. Das ist ein Glas Whisky.
Aber nun zu den schottischen Whiskyregionen und wir beginnen mit Islay Whisky
Wenn Sie rauchigen Whisky mögen, wählen Sie am besten einen Islay Whisky. Auf der kleinen schottischen Insel hat sich die Verwendung von über Torf geräuchertem Malz etabliert. Fast alle Whiskys der Insel ist daher stark rauchig. Sie können hier zwischen Ardbeg, Laphroaig, Bowmore, Caol Ila wählen. Bruichladdich und Bunnahabhain produzieren sowohl rauchigen als auch nicht-rauchigen Single Malt. Der rauchigste Whisky der Welt stammt etwa von Bruichladdich und hört auf den Namen Octomore. Unser Geheimtipp: Probieren Sie die exzellenten Islay Single Malts von Caol Ila, von denen wir einige im Sortiment haben. Die meisten Islay Whiskys zeichnen sich durch Aromen von deutlichen Torfrauch aus, die mal nach Lagerfeuer, mal nach Teer riechen und schmecken. Oft kommen maritime Aromen von Salz, Algen und Seegras hinzu. Die einzelnen Brennereien ergänzen durch die Fassreifung dann mal mit malziger Süße, mal mit dunklen Früchten.
Die Highlands sind die flächentechnisch größte Whiskyregion Schottlands. Highland Whisky hat auch deshalb das vielleicht abwechslungsreichste Geschmacksprofil. Die Region erstreckt sich von der südlichen Grenze zu Lowland Region bis an die Nordspitze von West nach Ost. Sie umschließt außerdem die Speyside Region, die den Highlands zugeordnet wird, jedoch aufgrund ihrer großen Zahl an Brennereien als eigene Region gilt. Den Highlands sagt man einen schweren Charakter nach. Vollmundige Aromen, tiefgründige Profile und oft und gern viel Würze und Wucht. Ein schönes Beispiel für einen fruchtig-würzigen Highland Malt ist Royal Brackla. Torfrauch ist nicht die Regel, kommt aber vor, wie bei Brennereien wie z.B. Ardmore. Unser Geheimtipp für rauchigen Highland Whisky: Die rauchigen Single Malts der kleinen Edradour Distillery - exzellenter, stark rauchiger Highland Whisky mit Aromen von Lagerfeuer, Heidekraut und süßem Karamell. Den sollten Sie nicht verpassen!
Die nicht rauchigen Single Malts sind in den Highlands aber die Regel. Die Verwendung von Sherryfässern verleihen vielen Highland Brennereien zusätzliche dunkle Fruchtnoten. Honignoten und Heidekraut finden Sie im leicht maritimen Clynelish 25 Jahre wieder.
Die Speyside ist ein Teilgebiet der Highlands und die wohl berühmteste Whiskyregion der Welt. Hier befinden sich rund 50% aller Single Malt Whisky Destillerien Schottlands. Neben den großen Namen wie Glenfiddich, Balvenie, The Glenlivet und Macallan tummeln sich auch eine Menge echter Geheimtipps in der Speyside. Aufgrund des leichten und milden Charakters vieler Speyside Whiskys bietet die Region einen guten Einstieg für Neulinge. Ältere Abfüllungen werden erfahrene Genießer mit ihrer Tiefgründigkeit und reichhaltigen Aromen begeistern. Speyside Whisky ist bekannt für Ihre fruchtigen und teils floralen Single Malts. Rauch findet man hier eher selten, wobei leicht rauchige Ausnahmen wie Benromach die Regel bestätigen. Unser Geheimtipp: Wir empfehlen Ihnen die Single Malts der GlenAllachie Distillery. Hier finden Sie eine reiche Auswahl von nicht rauchigen, sehr fruchtigen Whiskys. Der Fokus der Brennerei liegt auf Sherryfässern, die dunkle Früchte in den Whisky bringen. Durch den Einsatz verschiedenster, teils exotischer Fassarten finden auch tolle andere Aromen in den Whiskys. Das sollten Sie unbedingt probieren!
Die Lowlands sind die südlichste Whisky Region Schottlands und waren lange Zeit vorwiegend für ihre umfangreiche Grain Whisky Produktion bekannt. Es hab hier lange nur wenige Single Malt Destillerien wie Glenkinchie und Auchentoshan. Doch die Zeiten ändern sich und es sind in den vergangenen Jahren einige spannende neue Brennereien dazu gekommen. Den Lowlands sagt man einen trockenen und nussig-süßen Charakter nach. Da es jedoch viele Jahre so wenige Malt Whisky Brennereien in den Lowlands gab, ist eine generelle Aussage schwierig. Bisher gab es fast ausschließlich nicht rauchige Whiskys.
